Sommerferien 2022 – Internationale Jugendkulturtage „Exchange for future“

Internationale Jugendbegegnung zum Thema Klimawandel

Foto: Karl-Heinz Stark

Nach 2 Jahren, in denen das KulturNetz, Sesam e.V. und das Kommunale Jugendbildungswerk der Stadt Kassel nur internationale Begegnungen im weltweiten Netz anbieten konnten, gab es in den Sommerferien 2022 endlich wieder Internationale Begegnungen im herkömmlichen Format mit „echten Menschen“.

Vom 23. Juli bis zum 06. August 2022 waren junge Menschen aus Griechenland, Italien, Polen und Spanien in Kassel, um sich mit einer Kasseler Gruppe über das Thema „Klimawandel“ auszutauschen. Sie haben erkundet, wie sich Klimawandel in den unterschiedlichen Regionen Europas bemerkbar macht. „Flutkatastrophe im Ahrtal, irrsinnige Waldbrände in Russland und Griechenland, warme und teilweise sehr trockene Sommer in Nordhessen, Hitzewelle auf Island, vermehrt Orkane über Deutschland. Ist das alles so außergewöhnlich oder ist es nicht einfach super, dass wir es hier in Kassel endlich mal ein bisschen wärmer haben?“ fragten die Veranstalter von Jugendbildungswerk, KulturNetz Kassel und Sesam e.V.. „Wir initiieren einen Austausch darüber, wie junge Menschen aus verschiedenen Ländern Phänomene des Klimawandels in ihren Heimatländern wahrnehmen. Wir wollten wissen, welche vielleicht unterschiedlichen Ideen Jugendliche in verschiedenen Regionen Europas haben, um unerwünschte Veränderungen aufzuhalten,“ sagt Karl-Heinz Stark vom Kasseler Organisationsteam.

Im Zuge des 12-tägigen Projektes hier in Kassel konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Eindrücke, Gefühle, Ideen und Pläne in Tanz- und Theaterszenen verwandeln. Sie gingen dabei Fragen nach wie

  • – Welche Veränderungen durch den Klimawandel bemerken wir?
  • – Welche Sorgen treiben uns deswegen um?
  • – Wer sind die Entscheider, wenn es um die Ursachen und auch um die Folgen des Klimawandels geht? Gibt es da Unterschiede in den einzelnen Ländern?
  • – Wie können wir Jugendlichen in unserem Land Einfluss nehmen?

 

Gespräch mit Jugenddezernentin Nicole Maisch,
Foto: Karl-Heinz Stark

Auf regionalen Exkursionen und im Gespräch mit Experten und Expertinnen zu Themen wie z.B. „Ressourcennutzung“, „Mobilität“, „Pariser Klima-Abkommen“, bei einem Waldspaziergang mit einem Förster, beim Besuch einer Energiegenossenschaft, die einen Windpark betreibt, beim Besuch einer Kommune, einer Lebensgemeinschaft, die ihr Leben irritierend  anders organisiert und anderen Begegnungen haben die Jugendlichen Problembewusstsein entwickelt oder vertieft, ihr Wissen erweitert, Antworten auf die ein oder andere ihrer Fragen bekommen und eigene mögliche Handlungsstrategien reflektiert.

Ziel war es, das Erlebte und Erlernte, die jeweils eigene Sichtweise und Betroffenheit sowie die gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse mit künstlerischen Mitteln darzustellen. Dabei sollten individuelle darstellerische Fähigkeiten und Kreativität gestärkt und im Kollektiv entfaltet werden. In vier internationalen Workshops unter der Anleitung der professionellen Tänzerinnen Julia Walkowiak (Poznán) und Pamela Hering (Tanzwerkstatt Kassel), dem Schauspieler und Theaterpädagogen Markus Hühn (Playbacktheater Kopf und Bauch Kassel) sowie der Schauspielerin und Regisseurin Klara Gmiter (Schwedt) entwickelten die Teilnehmer*innen Tanz- und Theaterszenen, die ihre Eindrücke und Ideen auf der Bühne sichtbar machten.

Foto: Karl-Heinz Stark

Foto: Karl-Heinz Stark

Foto: Karl-Heinz Stark

Die Aufführung in Halle 2 am Donnerstag, 4. August, war bei Temperaturen um die 38 Grad für das Publikum, aber mehr noch für die jungen Akteurinnen und Akteure auf der Tanzbühne schweißtreibend. Mit sichtlichem Engagement, Spiellust und Ideenreichtum brachten sie einstudierte Tanzstücke und durchdachte kleine Sketche zu Umweltverschmutzung und Nachhaltigkeit, Zuversicht und Endzeitstimmung zur Aufführung. Zwischendurch wurde bei einem Quiz auch das Publikum einbezogen und mit aufschlussreichen Fakten über den „Fußabdruck“ der kleinen Gewinne (z.B. ein bekannter Brotaufstrich, eine Avocado, eine Plastikflasche) versorgt. Unterlegt waren die Präsentationen mit Musikstücken aus den Heimatländern der Jugendlichen, wobei die lockeren Klänge oftmals im – gewollten – Kontrast zur Ernsthaftigkeit der Botschaften standen. Videoinstallationen im Hintergrund, etwa von Bodenerosionen, sorgten für zusätzliche Bühnenatmosphäre.

Fazit: Ein toller Abend, an dessen Ende es stehende Ovationen für die Jugendlichen gab, die sich alle auf der Bühne versammelten und – weitaus weniger erschöpft als bei 38° C erwartet – zur Musik weiter rockten.

Foto: Karl-Heinz Stark

Foto: Karl-Heinz Stark

Foto: Karl-Heinz Stark

Foto: Karl-Heinz Stark

Foto: Karl-Heinz Stark

Foto: Karl-Heinz Stark

Dieses Projekt von

  • Kommunalem Jugendbildungswerk der Stadt Kassel,
  • Kulturnetz Kassel e.V. und
  • Sesam e.V.

wurde finanziell gefördert vom

  • EU-Programm Erasmus+ Jugend,
  • von der Gerhard-Fieseler-Stiftung,
  • der WELL being Stiftung,
  • der Firma Starke und Reichert GmbH sowie der
  • Sera GmbH

und unterstützt vom Wurstehimmel in Calden!

Foto: Karl-Heinz Stark